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Walliser Schwarzhalsziegen mit Kaschmirziegen kreuzen!

Es war einmal…..

Anno 2006 hatte Walter, damals noch Wasserbauingenieur im Dienste der UNO Welternährungsbe­hör­de FAO in Rom, die Gelegenheit, auf der Fafleralp im Lötschental/Wallis eine Alp(Alm)hütte mit Alp­rech­­ten zu kaufen. Dieser Kauf hätte ihm ermöglicht, seinen Kindheitstraum von einer Ziegenherde zu verwirk­lichen. Also kaufte er sich 5 Walliser Schwarzhalsziegen, um eine kleine Herde aufzubauen, und durch deren Beweidung der Lötschentaler Hochalpen zur Eindämmung der fortschreitenden Vergandung der Alpen (Almen) beizutragen. Inzwischen ist Walter pensioniert, arbeitet jedoch weiterhin als beratender Ingenieur für Entwicklungsbanken und –behörden. Und obwohl sich der Kauf der Alphütte letzten Endes nicht realisieren ließ, hat er immer noch Ziegen, allerdings eine ganz spezielle Art – “ValCash” Ziegen.

Versuch einer Rechtfertigung

Textilien aus Kaschmir’wolle’ haben eine lange Tradition. Ihr Ursprung ist Srinagar im Kaschmirtal in Jammu & Kaschmir/Nordindien, wo bis Ende des letzten Jahrtausends über 20 000 Weber die Unterwolle von Gazellen (Chiru) und Ziegen (capra hircus) aus Tibet zu feinsten Stoffen gewoben haben. Heute leben nur noch wenige Semi-Nomaden(Chang-pa) mit ihren “Kaschmir”ziegen in Ladakh ca 200 km östlich von Srinagar auf 4 000 – 5 000 m Höhe, produzieren jedoch unter extrem harten Lebensbedingungen für Mensch und Tier Kaschmir’wolle’ bester Qualität. Die Chang-pa verkaufen diese ‘Rohwolle’ an Mittelsmänner, die sie wiederum vor­wiegend nach Srinagar zum Reinigen und Weben zum aktuellen Marktpreis weiterver­kaufen, oder an die ‘All Changthang Pashmina Growers Cooperative’ in Leh gegen einen festgesetzten Preis abge­ben. In beiden Fällen verdienen die Produzenten der Kaschmir’wolle’, die Chang-pa, nur einen Bruchteil des Gesamtpreises zum Beispiel eines Kaschmirschals. 

 

Mit der Kreuzung von Walliser Schwarzhals- und schottischen Kachmirziegen und der Ansiedlung der ‘Mischlinge’ (= Valcash) am Rande des UNESCO Weltnaturerbes “Schweizer Alpen”, möchte Walter auf der einen Seite die Eignung der Walliser Schwarzhalsziegenrasse als Basis (Grundstock) zur Erzeugung von Kaschmir’wolle’ testen, zum anderen durch Verkauf von in Ladakh nachhaltig hergestellten, absolut natur­belassenen Kaschmirschals den monetären Anteil der Chang-pa an der Wertschöpfungskette erhöhen. Da­durch besteht die Möglichkeit, Touristen des UNESCO Weltnaturerbes bezüglich einer umweltschonen­den Kaschmirproduktion zu sensibilisieren (und damit eine Alternative beziehungsweise Kaufhilfe für Textilien aus Kaschmirwolle anzubieten), und gleichzeitig den Lebensstandard der kaschmirproduzierenden Chang-pa durch Verbesserung und Vermarktung ihrer Produkte zu erhöhen.

 

Gegenwärtige Situation

Nach einer langen Durststrecke, begleitet von Enttäuschungen - Todesfälle durch Krankheiten, Inakzeptanz des Kaschmirbocks durch die Schwarzhalsziegen, Absturz während der Sömmerung und Stall- sowie Betreuungsproblemen - ist seit 2014 die ganze inzwischen auf 20 Ziegen angewachsene Herde bei optimaler Betreuung in St. Niklaus im Wallis untergebracht; im Sommer auf der Jungen Alp und im Winter im Mattervispa Tal. Eine Haaranalyse der ersten ValCash-Generation ist vielversprechend (Haardurchmesser zwischen 12.6 und 14.4 Tausendstel eines Millimeters, jedoch bei noch geringem ‘Woll’ertrag von 100g bis 150g pro Ziege).

 

Valcahs im Winter